Normung volksnah … Mitmachen erwünscht!

Cato der Ältere, der römische Politiker und Feldherr, soll jede seiner Reden mit dem Satz „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ beendet haben. Ich möchte nichts zerstört haben oder irgendjemand etwas zu Leide tun! Nein, mein stets zu wiederholender Spruch würde lauten:

„Im Übrigen meine ich, dass wir im deutsch-sprachigen Raum eine umfassende Bauklassifikation benötigen!“

Wozu? Weshalb? Stellen wir uns einmal den Lebenszyklus eines Bauwerks vor, vom ersten Entwurf über das Bauen, die Inbetriebnahme, die Benutzung bis hin zur Umnutzung bzw. Abbruch. Um das ganze Potential von BIM abzudecken, benutzen manche den Begriff Project Lifetime Information Management (PLIM). Es geht also darum, Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg managen und austauschen zu können! Um dies auch nur ansatzweise in den Griff zu bekommen, ist eine Konsistenz der Daten das A und O! Genau hier kommt eine umfassende (!) Bauklassifikation ins Spiel, die eine strukturierte Zuordnung aller Elemente und dadurch eine Wiedererkennung über Gewerks- und Zeitgrenzen hinweg ermöglicht!

HierarchieDas Thema ist nicht neu. Bereits 2001 wurde mit der Internationalen Norm ISO 12006-2 eine internationalen allgemeine Struktur für Bauklassifikationen geschaffen, die auf der einen Seite lokale bzw regionale allgemeine, d. h. Hoch- UND (!) Tiefbau umfassende, Bauklassifikationen ermöglicht, auf der anderen Seite aber auch dafür sorgt, dass die auf Grundlage dieser Norm erstellten lokalen Klassifikationen (leichter) aufeinander abbildbar sind!

Jetzt wurde diese Norm überarbeitet und BSI, das Britische Normungsinstitut, bietet JEDEM (!) die Möglichkeit, sich den Entwurf anzuschauen und seine Kommentare abzugeben!

Aber halt! Jetzt werden Sie sagen: Was geht uns das an? Bei uns ist BIM noch nicht so weit und eine englisch-sprachige Grundlagennorm kann uns eigentlich gestohlen bleiben …

Erst am 15. Januar hat das Europäische Parlament eine Erneuerung der Beschaffungsrichtlinie beschlossen. Hierbei wurde – m. E. auf Druck der Briten – auch BIM als mögliche Technik „For public works contracts and design contests“ mit aufgenommen. Das ist aber nur der Anfang! 2016 müssen in Großbritannien alle öffentlichen Bauaufträge mit BIM abgewickelt werden. Seitdem dies 2011 beschlossen wurde, ist die gesamte Britische Bauindustrie mit Elan und faszinierendem Schwung dabei, sich darauf vorzubereiten.

Wenn BIM jetzt auch bei der EU ankommt, so sind die Briten schon ein ganzes Stück weiter und erhoffen sich dadurch Marktchancen! Im Gepäck haben die Briten eine umfassende Bauklassifikation (siehe auch Uniclass 2), die auf der ISO 12006-2 aufbaut und die sie gerne von Europa übernommen sehen wollen. Das könnte also auch auf uns hier in Deutschland zukommen! Zeit also, sich damit zu beschäftigen und sich diese Basis-Norm etwas näher anzuschauen!

Nehmen Sie also Teil und machen Ihren Einfluss geltend. Hier haben Sie die Möglichkeit!

Wie Sie schon gemerkt haben, beschäftigt mich dieses Thema! Ich werde es sicherlich wieder aufgreifen!

Schauen Sie doch wieder einmal vorbei! Machen Sie es sich einfach und abonnieren Sie meinen Blog! Es würde mich freuen!

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