Informationen – aber richtig!

Wie heißt es so schön in der Definition zu BIM:

BIM ist im Grunde genommen eine wertschöpfende Zusammenarbeit über den gesamten Lebenszyklus eines Wirtschaftsgutes hinweg. Diese stützt sich darauf, dass gemeinschaftlich genutzte 3D-Modelle und damit verbundene, intelligente und strukturierte Daten erstellt, verglichen und untereinander ausgetauscht werden.“ (Quelle: Siehe Glossar: –> Link)

Die Daten, die alle benutzen und die die Basis für eine wertschöpfende Zusammenarbeit über den gesamten Lebenszyklus eines Wirtschaftsgutes/Bauwerks hinweg bilden sollen, müssen ja von irgendwoher kommen. Ja, mehr noch, sie müssen nachkontrollierbar entstanden sein und von einer Qualität, die es ermöglicht, dass sie die für sie vorgesehene Zeit auch überdauern. Ja, Sie ahnen es schon, worauf ich hinaus will: Die Daten müssen systematisch erstellt, überarbeitet und geprüft werden bevor sie anderen (Parteien) zur Verfügung gestellt werden. Und genau um dieses System soll es heute gehen:

Building Information Management - A standardized framework and guide to BS 1192Schauen wir uns das BIM-Entwicklungsdiagramm (–> LInk) in meinem Blog-Eintrag „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen“ (–> Link) noch einmal an, so steht ganz oben auf der Liste der Standards die BS 1192:2007 (–> Link) mit dem übersetzten Titel: „Gemeinschaftliches Zusammenstellen von Architektur- Ingenieur- und Bauinformationen – Verfahrensregeln„.

Was hierbei wichtig ist, dass diese Verfahren nicht (!) vorrangig etwas mit BIM zu tun haben, sondern allgemein für Architektur-, Ingenieur und Bauinformationen gelten, unabhängig davon ob diese nun alphanumerisch, 2D oder 3D sind.

Eine gute Einführung in diese wichtige, ja basis-legende Norm bietet der Leitfaden von Mervyn Richards mit dem Titel „Building Information Management – A Standard Framework and Guide to BS 1192“ (Eintrag dazu im Literaturverzeichnis: –> Link).

In klarem verständlichen Englisch führt uns Mervyn Richards durch die Inhalte der Norm und teilt diese in drei Themenbereich ein:

  • Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Common Data Environment‘ (CDE) – Gemeinschaftlicher Datenraum
  • Standardmethoden und -verfahren

Im Abschnitt zum CDE beschreibt Richards detailliert ein System wie die Dokumente zunächst inhäusig erstellt, kontrolliert, überarbeitet, überprüft und am Schluss freigegeben bevor an das Projektteam herausgegeben werden. Diese Daten, die  gemeinsam vom Projektteam z. B. für die Koordination von Modelldaten genutzt werden können müssen, um als Grundlage für das eigentliche Bauen herangezogen werden, erst noch vom Auftraggeber abgezeichnet werden.

Document & Data Management RepositoryEin interessanter Aspekt bei diesem System ist, dass ein Planer als Urheber der Daten zunächst Eigentümer derselben bleibt, jedoch der Tragswerksplaner darauf die Eigentumsrechte für diejenigen Elemente übernimmt, die in das Tätigkeitsfeld des Tragwerksplaners fallen (z. B. Stützen). Dies widerspricht der Sichtweise, wie sie z. B. zu meiner Zeit in den buildingSMART Arbeitskreisen diskutiert wurde, wobei die Rechte durchgängig beim Urheber verbleiben.

Der Abschnitt zu den Standardmethoden und -verfahren dreht sich nicht zu einem geringen Teil um die richtige Benennung der Dokumente, die so wichtig für die Zusammenarbeit und den Wiedererkennungswert ist.

Dokumenten-IdentifikatorDer Identifikator, der sich aus den gezeigten sieben Teilen zusammensetzt, muss unabhängig von der Dateiendung und auch von Meta-Daten wie Status- und dem Revisions-Code gesehen werden.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang erscheint mir, dass der Autor sowohl für die gezeigte ‚Identifikatornummer‘ am Ende des Dokumentenidentifikators als auch für andere Einsätze wie die Benennung Levels in Zeichnungen die Benutzung der allgemeinen Klassifikation Uniclass empfiehlt. Also auch hier zeigt sich:

„Im Übrigen meine ich, dass wir im deutsch-sprachigen Raum eine umfassende Bauklassifikation benötigen!“

 (siehe hierzu auch meinen Blog-Eintrag „Normung volksnah … Mitmachen erwünscht!–> Link)

Mervyn Richards rundet sein Buch wird mit einer Vielzahl an Anhängen mit erläuternden Beispielen und Vorlagen ab.

Sehr interessant entpuppt sich hierbei auch der Anhang F. Hier wird über die Erfahrungen aus vielzähligen Projekten berichtet, die in die Erstellung der BS 1192 eingeflossen sind.

Somit kann man über die BS 1192 sagen, dass sie praxisnahe und auch praxistaugliche Verfahrensregeln für die enge fachübergreifende Zusammenarbeit gibt, die so wichtig ist, wenn BIM seine ganzen Vorteile ausspielen soll. Ein solches Dokument steht für Deutschland noch aus!

Um mich dem Thema Level of Detail (siehe auch meinen Blog-Eintrag „LoD = Lots of Definitions?–> Link) weiter anzunähern, werde ich mich demnächst mit dem RIBA-Arbeitsplan beschäftigen.

Schauen Sie doch wieder einmal vorbei! Machen Sie es sich einfach und abonnieren Sie meinen Blog! Es würde mich freuen!

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