Arbeitsablauf nach Maß – der RIBA Arbeitsplan 2013

Weil für das Thema der Detaillierungsgrade (= Level of Detail/Development oder auch LoD, siehe auch meinen einleitenden Blog-Eintrag „LoD = Lots of Definitions?„) ein genau gestaffelter und strukturierter Prozess sehr wichtig ist, ist heute der RIBA Plan of Work 2013 (PoW; [1]), also der Arbeitsplan der Britischen Architektenkammer dran.

RIBAPlanOfWork2013_Übersicht
RIBA Plan of Work 2013 – Arbeitsplan des Königlichen Instituts britischer Architekten

 


Links:

  1. Jetzt auch zum Selbermachen: RIBA Arbeitsplan (englisch)
  2. Berufliche Selbstverwaltung der Berliner Architekten: Architektenkammer Berlin
  3. Zur Förderung des qualitäts- und kostenbewussten Bauens:Kompendium Der Weg zum Bauwerk [pdf]
  4. Die verschiedenen BIM-Level: Das BIM-Reifediagramm
  5. Unterstützung beim Maßschneidern: RIBA Plan of Work Toolbox (englisch)

[Links aktualisiert: 2018-05-24.
Führt einer doch ins Leere? Danke für Ihren Hinweis im 
Kommentarfeld]


Der PoW teilt den Bauprozess in acht Phasen ein (s. auch Blog-Eintrag „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen„), die ich wie folgt übersetzen würde:

Acht Phasen des RIBA Arbeitsplanes 2013
Acht Phasen des RIBA Arbeitsplanes 2013

Bei diesen Phasen muss man gleich an die Leistungsphasen der HOAI denken. Ist die HOAI ein Arbeitsplan wie der PoW? Ist diese Honorarordnung ein Leitfaden, was in den verschiedenen Phasen gemacht werden soll? Wahrscheinlich nur bedingt, denn:

„Nur die Frage, ob und wie hoch eine Leistung eines unter das Regime der HOAI fallenden Planers vergütet wird, welche Förmlichkeiten er dabei zu beachten hat, soll in der HOAI geregelt werden, nicht hingegen die Ausgestaltung der Pflichten des Planers.“ (Quelle: http://www.grehsin.de/schwerpunkte/baurecht-architektenrecht/architektenrecht)

Etwas Vergleichbares zum PoW gibt es z. B. auf der Internetseite der Berliner Architektenkammer [2]: Das Kompendium „Der Weg zum Bauwerk“ (2007; [3])

„Das Nachschlagewerk stellt notwendige Aktivitäten aller am Bau Beteiligen in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten und in ihrem Ineinandergreifen dar. Es richtet sich somit an Architekten, Bauherren und Ausführende.“ 

Der RIBA PoW fügt sich in das Große und Ganze der Britischen BIM-Strategie ein (siehe auch das BIM-Reifediagramm [4]). Hierdurch ist er auch sehr gut verankert, was seiner – gefühlten – Legitimität ebenfalls zugute kommt!

Der Grundgedanke der integrierten Herangehensweise und der Effektivitätssteigerung durch Wissenstransfer von Projektpartnern bzw. durch Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten ist immer wieder zu spüren.

Bauprojekte als Kreisläufe

Logo RIBA Plan of WorkDas soll auch das Symbol in Form eines Kreises/Kreislaufes unterstreichen. Folgerichtig beginnt ein Projekt auch mit den Überlegungen, ob Um- oder Neubau angepasster ist (=“Strategic Definition„/“Strategische Festlegung„) und am Ende des Kreises, während der Betriebsphase (=“In Use„/“Betrieb„) versucht man in Nachbesprechungen Lehren aus dem gerade abgeschlossenen Projekt zu ziehen und diese für zukünftige Projekte nutzbar zu machen.

Daten und Zeitpunkt für Informationen definiert

In Sachen LoD ist interessant, dass im RIBA PoW für jede Phase die auszutauschenden Informationen bestimmt werden.

RIBA Plan of Work 2013 - Information Exchanges

Zusammenarbeit groß geschrieben

Der fachübergreifenden Zusammenarbeit zu einem möglichst frühen Zeitpunkt wird ein großer Stellenwert zugeschrieben:

„Die Wichtigkeit, ein Projektteam ordnungsgemäß zusammenzustellen, kann nicht unterschätzt werden. Insbesondere wenn man sich des wachsenden Einsatzes von einer Technik bewusst wird, die sowohl die Kommunikation zwischen geographisch weit von einander entfernten Parteien und als auch die Projektentwicklung mittels BIM ermöglicht. Damit Phase 2 [Anm: „Concept Design„/“Grobplanung„] überhaupt ernsthaft begonnen werden kann, ist es notwendig, dass zuvor das Projektteam ordnungsgemäß zusammengestellt wurde.“ (Quelle: RIBA Plan of Work 2013 – Overview).
Toolbox des RIBA Arbeitsplans 2013 (Englisch)
Toolbox des RIBA Arbeitsplans 2013

Praxisgerechter Einsatz durch Toolbox

Die Ambition der PoW-Macher war es, den Anwendern ein möglichst flexibles Instrument an die Hand zu geben. Da aber bestimmte Entscheidungen (wie z. B. die Art der Vergabe) Änderungen in späteren Phasen nach sich ziehen, lag es nahe, ein Hilfsmittel zu entwickeln, das diese Abhängigkeiten abbilden kann: Die Toolbox [5]. Diese basiert auf MS Excel® und liefert nicht nur die erwähnten Möglichkeiten, sondern ist zudem auch noch mit einer Vielzahl an Erläuterungen bestückt.

RIBA PoW als Gegenmittel zu Wildwuchs bei CAD-Standards

Interessanter Weise möchte die RIBA den PoW als Hilfsmittel für die Anwendung von BIM an sich sehen und damit gleich von Anfang an ein Zeichen setzen, um einem ähnlichen Wildwuchs an Standards wie bei der Einführung von CAD in den Büros gleich entgegenzuwirken.

Auch der RIBA PoW 2013 könnte exportiert werden!

Wie an anderer Stelle auch (s. Blogeintrag: „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauinformationsmodellen„), ist auch in den Erläuterungen zum PoW zu lesen, dass durch das weltweite Interesse an den Britischen BIM-Aktivitäten, die Möglichkeit entsteht, dieses Dokument bzw. Hilfsmittel zu exportieren!

Es bleibt spannend. Schauen Sie doch wieder einmal vorbei! Machen Sie es sich einfach und abonnieren Sie meinen Blog! Es würde mich freuen!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Konrad Stuhlmacher

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Ein Kommentar zu „Arbeitsablauf nach Maß – der RIBA Arbeitsplan 2013

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