little bim … und wann soll ich selber den Sprung ins kalte Wasser wagen? BIM

BIM: Taking the plunge

Wann ist es Zeit, den Sprung ins kalte BIM-Wasser zu wagen?

Auch die lange (!) Reise hin zur Integrierte Projektabwicklung (IPD (s. letzter Blog-Eintrag; –> Link) beginnt für jeden Einzelnen mit dem ersten Schritt!

Wann ist für mich die richtige Zeit, den Sprung ins Unbekannte, ins kalte BIM-Wasser zu wagen?

Vor kurzem habe ich einen Blog-Eintrag „Zu BIM wechseln – Sprung ins kalte Wasser: Wann ist die beste Zeit, den Wechsel zu BIM zu vollziehen?“ von Crawford Smith (tesseract-design; –> Link) zu diesem Thema gelesen. Ich möchte gerne im Folgenden darüber und über zwei damit zusammenhängenden Einträge des gleichen Autors, „Hol das meiste aus BIM heraus – werde ein BIM-Experte“ („Get the Most out of BIM – Be a BIMwit!“; –> Link) und „Noch weiter springen – zusätzliche Gedanken über den Wechsel zu BIM“ („Taking the Plunge Further – More Thoughts on Switching to BIM“; –> Link) berichten:

Crawford Smith ist einer, der den Sprung ins kalte BIM-Wasser schon vor einiger Zeit vollzogen hat und jetzt anderen dabei hilft, diesen Schritt zu meistern. Dabei hat er ein kleines Architekturbüro in den USA und wickelt auch eigenständig Architektur-Projekte ab. Beim Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen (m. E. zunächst ’nur‘ „little bim“; s. auch „Wieviel BIG BIM steckt im BIM-Level 3?„; –> Link) sieht er vor allem die folgenden vier Vorteile:

BIM = Mehr Zeit für den Entwurf

Smith beleuchtet hierbei den Aspekt, dass man beim objektorientierten Arbeiten mit einem BIM-tauglichen CAD-Programm einen großen Teil der notwendigen Zeichnungen (jederzeit!) aus dem Modell generieren kann – bei gegebener Kohärenz!

Vorteile von BIM - Mehr Zeit für den Entwurf

Vorteile von BIM – Mehr Zeit für den Entwurf

 BIM = Bessere Entwurfsdarstellung & Kommunikation mit dem Kunden

Wenn man seinen Entwurf bereits aus 3D-Objekten zusammensetzt, so kann der Planer schnell interessante und für den Entwurf sprechende Ansichten generieren. Hierbei kann sie/er davon ausgehen, dass die Abbildung verständlich ist, ohne dass das Gegenüber Pläne lesen können muss. Die Idee des dreidimensionalen Entwurfes kann ohne Hin- und Herübersetzungen in 2D-Pläne vermittelt werden:

Vorteile von BIM - Bessere Vermittlung von Entwurfsideen

Vorteile von BIM – Bessere Vermittlung von Entwurfsideen

BIM = Bessere Koordination zwischen den Fachdisziplinen

Wenn die anderen Fachdisziplinen wie Statik und/oder Haustechnik auch mit BIM-Werkzeugen arbeiten, kann der Planer diesen das Modell als Arbeitsgrundlage zur Verfügung stellen. Somit können sie ihr Expertenwissen direkt ins Modell einfließen lassen, also ohne große Umwege – im Idealfall auch ohne Medienbrüche!

Vorteile von BIM - Bessere Kommunikation zwischen Fachdisziplinen

Vorteile von BIM – Bessere Kommunikation zwischen Fachdisziplinen

BIM Firmen = Als progressiv angesehen = Attraktive Arbeitgeber

Allerorten hört man vom Fachkräftemangel. Wenn sich eine Firma dem Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen (BIM) verschrieben hat, zeigt sie sich als ein Unternehmen, das sich der Digitalisierung nicht verschlossen, sondern eher gestellt hat und gewinnt dadurch bei Arbeitnehmern und -gebern an Attraktivität. Das kann im Bemühen um gutes Personal nur von Vorteil sein:

Vorteile von BIM - progressiv - attraktiv

Vorteile von BIM – progressiv – attraktiv

„Nur die BIM-Sprache zu sprechen ist nicht genug; ein Unternehmen muss auch den BIM-Gang gehen!“

Was will uns der Fachmann damit sagen? Auf den Nenner gebracht, kann man es wohl folgendermaßen übersetzen: „Wenn schon, denn schon!“. Das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen erfordert eine andere, eine ganzheitliche Herangehensweise! Daher ist es nicht genug, wenn Bauzeichner sich dieser Methode bedienen, nein, sie muss von der gesamten Firma getragen, ja gelebt werden:

Arbeiten mit BIM - Jeder (!) soll ein Vogelhäuschen modellieren können!

Arbeiten mit BIM – Jeder (!) soll ein Vogelhäuschen modellieren können!

„Das größte Hindernis, das ein Unternehmen bei einer erfolgreichen Einführung eines BIM-Programms zu überwinden hat, ist die diesbezügliche Verständnislosigkeit auf der Führungsebene!“

Um das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen zu verstehen, muss man auch einmal selbst Hand angelegt haben. Hiermit meint Crawford Smith aber nicht nur die Modellierer oder die Praktikanten, nein, alle die beim Projekt auf irgendeine Weise mit dem Entwurf zu tun haben:

„Meine Empfehlung lautet, dass jede Person, die innerhalb des Projektteams eine Rolle mit Entwurfsbezug innehat, dazu in der Lage sein sollte, ein Vogelhäuschen zu entwerfen und eine Anzahl einfacher Zeichnungen zu generieren, die den Entwurf  zum Ausdruck bringen. Dies gilt sowohl für den Leiter des gesamten Teams als auch für den neuesten Praktikanten.“

Tipp: Klein oder einfach anfangen!

Der Schritt zum Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen will vorbereitet sein. Man sollte sich zum Beispiel überlegen, mit welchem Projekt man anfangen möchte:

„Im Allgemeinen lautet meine Empfehlung an meine Kunden, im Kleinen mit BIM anzufangen! Im Grunde genommen ist jeder Auftrag, der mehr umfasst als Grundrisse, ein gutes erstes Projekt für BIM: Jedes Projekt, das Aufrisse, Schnitte und Stücklisten umfasst, die alle viel einfacher mithilfe von BIM als mit einem 2D-Prozess generiert und aktualisiert werden können.“

„Man sollte auf keinen Fall für seine ersten BIM-Schritte ein zu kompliziertes Projekt auswählen, sondern sich noch etwas Bewegungsraum für das Hantieren mit der Lernkurve übrig lassen. Beim Auswählen des ersten BIM-Projektes muss man also nicht im Kleinen, aber auf jeden Fall einfach beginnen.“

BIM-Lernkurve

Die ‚Lernkurve‘ ist ein gutes Stichwort! Das bedeutet ja von vornherein, dass eine Entwicklung stattfinden wird, mit Höhen und Tiefen. Daher ist es wichtig, dass man nicht gleich in die Vollen steigt, d. h. ein Projekt aussucht, mit dem es Geld zu verdienen gilt. Ich lese den Blog auf tesseract-design.com so, dass man mit ‚little bim‘ anfangen sollte, um seine BIM-Reise zu beginnen:

„Eine weitere Empfehlung an meine Kunden lautet, zunächst einmal einen Probelauf mit einem kleinen Projekt zu machen, das bereits abgeschlossen ist. Auf diese Weise lässt sich die Gefahr, Fehler zu machen, auf effektive Weise neutralisieren. Zudem können Anfängerfehler, die mit dem Wechsel zu einem neuen Programm einhergehen, aus dem Weg geräumt werden, bevor es bei einem bezahlten Projekt ernst wird.“

BIM-Lernkurve - nicht ohne Tiefen!

BIM-Lernkurve – nicht ohne Tiefen!

Drei Projekte, um zu wissen wo’s lang geht …

„Im Allgemeinen muss ein Team drei Projekte abgewickelt haben, bis es genug Erfahrungen gesammelt hat, um das Potential einer BIM-Software gänzlich auszuschöpfen. Beim Planen der Lernkurve sollten also drei Projekte betrachtet werden – es werden während dieser drei ersten Projekte Dinge auftreten, die Probleme verursachen.

Aber vor allem sollte man sich NICHT entmutigen lassen. Man sollte sich vor Augen halten, dass die Anfangsprobleme bei frühen BIM-Projekten langfristig mit einem besseren Entwurfsprozess belohnt werden.

Wann anfangen? JETZT!

Crawford Smith meint, dass die BIM-Vorteile (s. auch oben) für jedes Architekturbüro überzeugend sein sollten:

BIM bietet jedoch besondere Vorteile, die sowohl einem Ein-Personen-Unternehmen als auch einem großen Büro mit mehreren Standorten zugute kommen können.“

Die Quintessenz aus seinen drei Blog-Einträgen möchte ich wie folgt zusammenfassen:

BIM ist da und lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. BIM hat Vorteile, die jedem Büro die Arbeit erleichtern. Wenn man seine Tipps beachtet, so gibt es keinen Grund mehr, die ersten Schritte der BIM-Reise hinauszuzögern!

Man kann es auch noch einfacher ausdrücken – wie z. B. Herr Dr. Schiller im neuesten Eintrag seines Blogs ‚Der Schillernde Blick auf die Baubranche‘ (–> Link) : „BIM einfach machen!“

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Mit freundlichen Grüßen aus Berlin!

Konrad Stuhlmacher

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‚Was‘, ‚Wie‘, ‚Wer‘, ‚Realisieren‘ einmal anders – Integrierte Projektabwicklung (IPD)

IPD_Guide_2007Jeder hat schon einmal vom ‚Frontloading‘ bei der BIM-Methode gehört, also vom Vorziehen von wichtigen Entscheidungen innerhalb des Bauprozesses, sehr einleuchtend ins Bild gesetzt durch die Macleamy Kurve. (z. B. auch als Abbildung 3.4 ‚Aufwandsverlagerung und Einfluss auf Kostenentwicklung‘ im BIM-Leitfaden für Deutschland der ARGE BIM-Leitfaden AEC3 & OPB 2013, –> Link)

Aber haben Sie das einmal genauer wissen wollen? Welche Entscheidungen sollen nach vorne gezogen werden und wie soll das vonstatten gehen? Integrated Project Delivery: A Guide (‚Integrierte Projektabwicklung – Ein Leitfaden‘–> Link) gibt Antworten.

Im Folgenden werde ich mir diesen Leitfaden einmal etwas genauer anschauen:

Was ist IPD? Der AIA-Leitfaden möchte die Integrierte Projektabwicklung als Methode sehen, um

„den Status quo fragmentierter Prozesse mit enttäuschenden Ergebnissen hin zu einem gemeinschaftlichen, Werte-basierenden Prozess zu transformieren, der dem gesamten Bauteam positive, bessere Ergebnisse beschert.“

Vergleich von Traditioneller Projektabwicklung mit IPD

Vergleich von Traditioneller Projektabwicklung mit IPD

Die ‚frühen Wissens- und Erfahrungsbeiträge‘ (s. Rubrik ‚Prozesse‘ in der obigen Gegenüberstellung) führen im Unterschied zu traditionellen Methoden zu Aufwandsverschiebungen, dem schon zuvor erwähnten ‚Frontloading‘. Da somit auch zusätzliche Inhalte in die frühen Prozessphasen aufgenommen werden, liegt es nahe – wie im IPD-Leitfaden auch vorgenommen – die althergebrachten Phasen-Bezeichner zu ändern. Das Amerikanische Architekten-Institut (AIA) schlägt die folgenden neuen Bezeichner vor, wobei es zu beachten gilt, dass hier der US-amerikanische Bauprozess Pate gestanden hat:

IPD resultiert in neuen Phasen-Bezeichnungen

IPD resultiert in neuen Phasen-Bezeichnungen

Welche Aufgaben galt es, in den traditionellen (USA) Prozessphasen abzuarbeiten und was verändert sich im Vergleich dazu bei IPD?

Die alten Prozessphasen (USA) mit den neuen (= integriert (IPD)) verglichen

Die alten Prozessphasen (USA) mit den neuen (= Integriert (IPD)) verglichen

IPD mit BIM = Zweimal Bauen = Zweimal mit dem gleichen Team!

In der obigen Darstellung deutet sich schon an, wie die Verschiebung des ‚Entscheidungsberges‘ vor sich gehen soll. Der Clou bei der Integrierten Projektabwicklung ist es, alle wichtigen Prozessbeteiligten (Auftraggeber, Architekt, Fachplaner, Generalunternehmer, Sub- bzw. Fachunternehmer sowie die zuständigen Behörden!) möglichst schon während der Phase ‚Konzeptionierung‘ an einen Tisch zu holen, dann einander die verschiedenen Optionen darzulegen, gemeinsam zu evaluieren und Entscheidungen zu treffen.

Einschub: In den USA ist (traditionell) das Generalunternehmer-Modell die wohl üblichste Art der Projektabwicklung. Auch wenn der Generalunternehmer häufig selber für die Rohbauarbeiten zuständig ist, so ist es für eine auch zeitsparende IPD wichtig, Sub- bzw. Fachunternehmer insbesondere dann schon von Anfang an dabeizuhaben, wenn ihre Fachgebiete Bauobjekte umfassen, die eine lange Vorlaufzeit benötigen, die speziell angefertigt werden müssen oder die am besten präfabriziert werden. Die restlichen Unternehmungen werden dann während der Phase ‚Letzte Zuschlagserteilung‚ bestimmt und vertraglich gebunden.

Der ‚Entscheidungsberg‘ hängt sowohl eng mit dem Zeitpunkt, an dem die beteiligten Parteien beginnen, aktiv an der Prozessabwicklung teilzunehmen, als auch mit der Dauer ihrer Teilnahme zusammen. Der traditionelle US-basierte Bauprozess liefert für die bereits benannten Parteien folgendes Balkendiagramm:

Traditionell (USA): Teilnahmedauer von Projektparteien u. Findungsphasen für Entscheidungen

Traditionell (USA): Teilnahmedauer von Projektparteien u. Findungsphasen für Entscheidungen

Einschub: Dem aufmerksamen Leser ( 😉 ) wird wahrscheinlich aufgefallen sein, dass sich hier ein kleiner, mir aber dennoch erwähnenswerter Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem deutschen (traditionellen) Bauprozess auftut. Während die Deutschen in Leistungsphase 4 ‚Genehmigungsplanung‘ ihre Projekte von den Bauämtern absegnen lassen und sich danach an die Ausführungsplanung machen, so legen die Amerikaner erst ihre Ausführungsdokumente den Behörden zur Genehmigung vor. Diese und andere Unterschiede werde ich in einem späteren Blog-Eintrag untersuchen, in dem ich auch auf andere Probleme eingehen möchte, die einer Einführung von IPD bei (öffentlichen) deutschen Bauprojekten entgegenstehen.

Dem traditionellen Bauprozess gehört nun der Bauprozess nach IPD zum Vergleich gegenübergestellt:

Integriert (IPD): Teilnahmedauer von Projektparteien u. Findungsphasen für Entscheidungen

Integriert (IPD): Teilnahmedauer von Projektparteien u. Findungsphasen für Entscheidungen

Eine Kombination der obigen Darstellungen (Macleamy Kurve und die beiden Balkendiagramme) im direkten Vergleich können Sie hiermit aufrufen: –> Link.

Der Leitfaden bespricht nicht nur die einzelnen Phasen des Bauprozesses, die Aufgaben der wichtigsten teilnehmenden Parteien und die Ergebnisse pro Phase, sondern behandelt auch rechtliche Fragen zu verschiedenen Formen, die das Joint Venture der Parteien annehmen kann, welches mit dem Auftraggeber zusammen die Projektabwicklung gestalten soll.

Ein weiteres Thema ist auch die (vertraglichen) Konstellationen zwischen dem Auftraggeber, dem Architekten und dem (General-) Unternehmer. Hier geht der Leitfaden von den existierenden Projektabwicklungsmodellen aus und wägt die Vor- und Nachteile ab und damit auch, ob diese Modelle eine integrierte Projektabwicklung ermöglichen:

Für IPD geeignet? Projekt-Abwicklungsmodelle im Vergleich

Für IPD geeignet? Projekt-Abwicklungsmodelle im Vergleich

Die obige Darstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und auch nicht die der reinen Lehre, sprich es treten auch Mischformen von den Modellen auf wie z. B. zwischen ‚Entwurf, Vergabe u. Bauausführung‚ und ‚Viele Hauptunternehmer‚.

Zitat aus dem IPD-Leitfaden:
„Es versteht sich, dass die integrierte Projektabwicklung (IPD) und Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen (BIM) voneinander verschiedene Konzepte darstellen – das erste ist ein Prozess und das zweite ein Werkzeug. Es wird sicherlich integrierte Projekte geben, die ohne BIM abgewickelt werden und so wird wohl auch BIM in nicht-integrierten Prozessen angewendet. Möchte man jedoch den größtmöglichen Nutzen aus beiden ziehen, aus IPD und BIM, so funktioniert dies nur, wenn beide zusammen benutzt werden.“

Wenn ich mir dieses Zitat und die Darstellung der Projekt-Abwicklungsmodelle zusammen anschaue, so beschleicht mich ein Gefühl der Unsicherheit, ob es in Deutschland überhaupt auf absehbare Zeit möglich sein wird, „den größtmöglichen Nutzen aus beiden [zu] ziehen, aus IPD und BIM?! Genau die beiden Modelle „Viele Hauptunternehmer“ und „Entwurf, Vergabe und Bauausführung“ haben hierzulande doch einen recht hohen Anteil an den Bauprojekten.

In diesem Blog-Eintrag habe ich mir den IPD-Leitfaden des Amerikanischen Instituts für Architekten (AIA) angeschaut und somit fast zwangsweise auch nur den traditionellen Bauablauf wie er (noch) in den USA üblich ist mit dem angestrebten IPD-Prozess verglichen. In einem der kommenden Blog-Einträge werde ich mir den traditionellen Bauablauf in Deutschland vornehmen und dann diesen mit dem hier dargestellten IPD-Prozess vergleichen!

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Mit freundlichen Grüßen aus Berlin!

Konrad Stuhlmacher

Architektur- und Ausschreibungsmodell synchron – NBS Create

BBSR Auftragsforschung 10.08.17.7–12.03: Vorschlag für eine Erweiterung des GAEB DA XML Wirkungsgebietes

BBSR Auftragsforschung 10.08.17.7–12.03: Vorschlag für eine Erweiterung des GAEB DA XML Wirkungsgebietes

Vor kurzem las ich in einem meiner Blogroll-Blogs (‚BIM Bauwelt und NBS‚, –> Link) etwas über das überarbeitete NBS Create Plug-in für Revit®. (‚The top three enhancements to the NBS Plug-in for Autodesk Revit‘, –> Link)

Dies erinnerte mich stark an das Projekt 10.08.17.7–12.03 der BBSR Auftragsforschung, „D-A-CH XML-Datenaustausch AVA – Definition einer XML-Austauschbasis für die D-A-CH – Länder unter Berücksichtigung der landes-spezifischen Austauschstandards“, das ich während meiner Zeit bei AEC3 (–> Link) machen durfte. Als eines der Ergebnisse schlugen wir vor, der GAEB möge sich doch auch der Prozessphasen (HOAI LPH 1 – 5) vor der eigentlichen Ausschreibungsphase (HOAI LPH 6 u. 7) annehmen. 

Eine solche Verbindung zwischen dem Architektur- und dem Ausschreibungsmodell bietet in Großbritannien jetzt NBS mit seinem NBS Create Plug-in für Revit® an – und das bereits in einer überarbeiteten Version. Grund genug, sich dies einmal näher anzuschauen.

Für die Darstellung von diesen Geschäftsprozessen habe ich die dafür entwickelte Darstellungsweise, BPMN, in den dabei üblichen sogenannten Schwimmbahnen gewählt.

Das NBS Plug-in für Revit® (Vers. 2015) eingebunden in umgebende Prozesse

Das NBS Create Plug-in für Revit® (Vers. 2015) eingebunden in umgebende Prozesse

Die einzelnen nummerierten Schritte werde ich im folgenden etwas näher betrachten:

1. Verbindung zu IFC

NBL BIM-Objekte haben u. a. IFC-Eigenschaften.

2. Verbindung zu weiteren (inter-) nationalen Bauklassifikationen

Die NBL BIM-Objekte sind nach Uniclass2 Tabelle ‚Work Results‘ (WR = Arbeitsergebnisse. Achtung: Zurückgezogen!) klassifiziert. Platzhalter für OmniClass™ sind hierbei vorhanden, müssen aber vom Anwender ausgefüllt werden.

3. Verbindung zu objektbezogenen weiterführenden Fachinformationen

Über das NBS Create Plug-in kann der Anwender auf NBS Guidance zugreifen. Dies umfasst:

  • Informationen zu den Werkstoffen, die benutzt werden sollen – Eigenschaften, Leistungsmerkmale, allgemeine Anwendung, usw.
  • die wichtigsten Bezugsdokumente
  • Empfehlungen zu Entwurf und Verarbeitung
  • Häufige Fehlerursachen und wie diese zu umgehen sindAu
  • Vertragliche Angelegenheiten

Zusätzlich kann auch NBS Plus zu Rate gezogen werden. Dies umfasst:

  • Bibliothek mit kontextbezogenen Herstellerangaben zu Bauprodukten

4. Verbindung zu BIM-Objektbibliotheken

Die NBL ist im NBS Create Plug-in aufrufbar. Der Anwender kann die BIM-Objekte aus der NBL über Drag-and-drop ins BIM-Modell übernehmen.

5. Verbindung zu Standard-Ausschreibungstexten

Mit dem NBS Create Plug-in kann der Anwender auf zwei Arten ein grobes Gerüst für seine Ausschreibungstexte erstellen:

  • Über zu importierende NBL BIM-Objekte, die bereits nach Uniclass2 klassifiziert sind.
  • Über das Assoziieren von selber modellierten Objekten nach der Uniclass2-Tabelle Systems (SS – Systeme)

6. Beschriftung von BIM-Objekten im Architektur-Modell

Mit dem NBS Create Plug-in kann der Anwender NBS Create Kurztexte als Objekt-Beschriftungen in das Architektur-Modell übernehmen. (=Sichtbares Zeichen, dass das Architektur- mit dem Ausschreibungsmodell verbunden sind!).

7. Synchronisation Ausschreibungs-Modell – BIM-Modell

Mit dem NBS Create Plug-in kann der Anwender einen Report erzeugen, in dem das Architektur- und das Ausschreibungsmodell mit einander verglichen werden. Auf Differenzen wird der Anwender hingewiesen, so dass die beiden Modelle synchron gehalten werden können.

8. Weiterführende Berichte

Weiterführende Berichte sind derzeit nicht möglich.

N.B: Im Gegensatz zu z. B. deutschen Gepflogenheiten liegen Mengen und Kosten nicht (!) im Aufgabenbereich eines Ausschreibungsprogramms und somit auch nicht von NBS Create.

9. Export als offene nicht-proprietäre Formate

Das Architektur-Modell kann zusammen mit den NBS Create-Informationen als IFCDokument (IFC 2×3) exportiert werden (Achtung: Beta-Stadium).

Die Plug-ins von NBS (es gibt neben dem Plug-in für Revit® auch ein Plug-in für ArchiCad® und ein ‚NBS Annotator Link tool for Vectorworks® 2014′) erlauben eine sehr beeindruckende Verbindung zwischen den Architektur-Modellen und NBS Create. Dieses wiederum ist so aufgebaut, dass man mit gutem Gewissen von einem ‚Ausschreibungsmodell‘ sprechen kann.

Gibt es in Deutschland Entsprechendes? Geht die Integration der beiden Modelle ähnlich weit? M. E. derzeit (noch?) nicht!

Es bleibt also spannend! Ich werde darüber berichten!

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BIM: Es muss nicht (immer) 3D sein!

Wie in meinem letzten Blog-Eintrag (–> Link) berichtet, sind die Österreicher dabei, zwei Normen zu erstellen, die sich mit der digitalen Bauwerksdokumentation beschäftigen: ÖNORM A 6241-1 und ÖNORM A 6241-2.

Ein sehr interessanter Aspekt dabei ist, dass die ÖNORM A 6241-1 ihre Anwender dazu befähigt, auch mit herkömmlicher 2D CAD-Technik objekt-orientiert zu arbeiten!

Objekt-orientiertes Arbeiten in 2D

Im letzten Jahr wurde vom Österreichischen Normungsinstitut die ÖNORM A 6240-4 mit dem Titel „Technische Zeichnungen für das Bauwesen – Teil 4: Digitale Dokumentation“ mit einer umfangreichen Sammlung an (kostenlos herunterzuladenden) Anhängen veröffentlicht (–> Link).

Diese Norm basiert auf der Internationalen Normenreihe DIN EN ISO 13567 ‚Technische Produktdokumentation – Gliederung und Benennung von Layern für CAD‘. In der ÖNORM A 6240-4 werden aber nicht nur Layer und deren codierte Bezeichnung definiert, sondern auch Blöcke.

„Definitionsgemäß ist ein Block eine Ansammlung von Objekten (Linien, Bögen, Kreise, Text, etc.), die zusammen eine komplexere Einheit ergeben, die normalerweise ein Objekt in der realen Welt darstellt, wie z. B. eine Tür, einen Stuhl, ein Fenster, einen Computer“ (Hervorhebungen durch den Blog-Autor; Quelle: http://www.we-r-here.com/cad/tutorials/level_2/2-2.htm)

Ein großer Vorteil an Blöcken ist aber auch, dass sie von allen gängigen CAD-Programmen und nicht nur von AutoCAD® verstanden, bearbeitet und ausgewertet werden können. Zudem ermöglichen sie ein objekt-orientiertes Arbeiten:

Block - Fenster

„Blöcke können auch nicht-grafische Informationen enthalten. Dies sind Textobjekte, die Attribute genannt werden. Wenn z. B. verschiedene Stühle zu einem Block verbunden wurden, können diesem Block Informationen wie Hersteller, Kosten, Gewicht, etc. hinzugefügt werden. Diese Informationen sind einerseits dauerhaft mit dem Block verbunden, sie können andererseits aber auch in eine Datenbank oder in eine Tabelle ausgelesen werden, was z. B. für Materiallisten nützlich sein kann. Attribute können zudem in einer Zeichnung sichtbar gemacht werden oder unsichtbar bleiben.“ (Hervorhebungen durch den Blog-Autor; Quelle: http://www.we-r-here.com/cad/tutorials/level_2/2-2.htm)

Jetzt schon auf BIM Level 2 und im August 2014 auf BIM Level 3!

Die weiteren Arbeiten der Österreicher sahen vor – auf dieser 2D-Norm aufbauend – eine 3D-Norm zu entwickeln. Mit der 2D-Norm befindet man sich aber bereits jetzt schon  – die Briten haben sich dies erst für 2016 zum Ziel gesetzt! – auf dem BIM Level 2 (siehe auch meinen Blog-Eintrag „Wieviel BIG BIM steckt im BIM-Level 3?“ –> Link) und mit der im August 2014 als Entwurf zu veröffentlichenden 3D-Norm wird man bereits BIM Level 3 erreichen. Um dies der Welt zu verdeutlichen, gliedern die Österreicher diese beiden Normen aus der (alten) Normenreihe der ‚Technischen Zeichnungen‘ aus und begründen mit der ‚Digitalen Bauwerksdokumentation‘ eine neue:

  • ÖNORM A 6241-1 „Digitale Bauwerksdokumentation – Teil 1: CAD-Datenstrukturen und Building Information Modeling (BIM) – Level 2″ und
  • ÖNORM A 6241-2  „Digitale Bauwerksdokumentation – Teil 2: Building Information Modeling (BIM) – Level 3-iBIM“

Das Interessante an diesem Aufbau ist, dass die beiden Normen aufeinander aufbauen und somit eine Auf- und Abwärtskompatibilität aufweisen. Während die ÖNORM A 6241-2 Strukturen, Merkmalslisten definiert, die in einer externen Datenbank abgelegt werden sollen, stellt die ÖNORM A 6241-1 die dazu passenden Blöcke mit Attributen bereit, einheitlich benannt und für Mensch und (!) Maschine gleichermaßen lesbar! Die Idee dahinter ist, dass der DXF-Standard in der Version 2010 als etwas angesehen wird, das als Datenformat für eine Archivierung herangezogen werden kann, während z. B. IFC – in der Meinung des Österreichischen Komitees – (noch?) nicht dafür geeignet ist.

Gegenüberstellung 6241-1 u 6241-2

Parallelität zu DIN SPEC 91400?

Mit der ÖNORM A 6241-2 werden also auch Merkmalslisten definiert. Hierbei fällt eine gewisse Parallelität mit den derzeitigen Aktivitäten rund um die DIN SPEC 91400 in Deutschland auf (siehe meinen Blog-Eintrag „Eine fach- und silo-überspannende Bauklassifikation für den deutsch-sprachigen Raum?“ –> Link). Insbesondere wenn man sich auf Europäischen Niveau die Aktivitäten der Briten in Brüssel und der Norweger bei CEN anschaut, wäre m. E. eine nähere Zusammenarbeit im D-A-CH-Raum zumindest zu erwägen!

Wesentliche Merkmale  ÖNORM A 6240-4Europäische Bauproduktenverordnung (Nr. 305/2011)

Seit Juli 2013 ist nach einer Übergangsfrist die Europäische Bauproduktenverordnung in Kraft. Sie beinhaltet die Regelungen, die von Bauproduktherstellern und -händlern eingehalten werden müssen, um ihr Produkt mit einem CE-Kennzeichen versehen und damit auf dem Europäischen Markt vertreiben zu können. Das Interessante im Zusammenhang mit den Merkmalslisten der ÖNORM A 6241-2 (und auch der DIN SPEC 91400!) ist hierbei, dass mit der Bauproduktenverordnung ‚Wesentliche Merkmale‚ Einzug halten:

Wesentliche Merkmale“ diejenigen Merkmale des Baupro­dukts, die sich auf die Grundanforderungen an Bauwerke beziehen;“ (Hervorhebungen durch den Blog-Autor; Quelle: Europäische Bauproduktenverordnung –> Link)

Die Wesentlichen Merkmalen werden in den fachspezifischen harmonisierten und mandatierten Europäischen Normen aufgeführt. Anhand dieser Merkmale müssen die Produkthersteller bzw. -händler in einer öffentlich zugänglichen Leistungserklärung die Konformität ihrer Produkte nachweisen. Sie gelten EU-weit, sind die Verbindung von Produktgruppen zu den harmonisierten Europäischen Normen und mit den jeweiligen nationalen Ausgaben werden bereits offizielle Übersetzungen geliefert. Also haben diese Merkmale einen besonderen Stellenwert.

Aus diesem Grund habe ich einmal die Wesentlichen Merkmale, die in der DIN EN 14351-1 Fenster und Türen – Produktnorm, Leistungseigenschaften – Teil 1: Fenster und Außentüren ohne Eigenschaften bezüglich Feuerschutz und/oder Rauchdichtheit (–> Link) aufgeführt werden, den Attributen des Blockes OF_Öffnung_Fenster der ÖNORM A 6240-4 gegenübergestellt. Eine große Übereinstimmung war hier nicht zu entdecken (s. Abbildung auf der linken Seite). Gibt es hier noch einen Nachholbedarf? Wenn die ÖNORM einen größeren Einfluss über die Ländergrenzen (z. B. im D-A-CH-Raum) gewinnen möchte, wäre eine Verbindung zu den Europäischen Normen über die Wesentlichen Merkmale doch ein erster Schritt, oder? Wie steht es in dieser Hinsicht bei der DIN SPEC 91400?

Es bleibt also spannend! Ich werde darüber berichten!

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NBS Create und die Nationale BIM-Bibliothek gehen gemeinsam ins Detail

Das Thema LoD oder das der Detaillierungs- oder Entwicklungsgrade ist recht komplex und ich bin gerade dabei es thematisch einzukreisen (siehe auch Blog-Eintrag: „LoD = Lots of Definitions?–> Link).

Da passt es, dass Stephen Hamil in einem seiner letzten Blog-Einträge (siehe „The NBS BIM Ecosystem–> Link) einen Überblick darüber gibt, wie sowohl das relativ neue britische Ausschreibungssystem NBS Create (–> Link) als auch parallel dazu die britische National BIM Library (–> Link) gemeinsam ins Detail gehen, will sagen im Laufe des Planungsprozesses dem Anwender die Möglichkeit bieten, immer detaillierter zu werden. Und das sowohl im Ausschreibungstext als auch im Modell!

NBScreate_775pxNBS Create kennt in dem Sinne vier Verfeinerungsstufen:

„For each system the user may specify (a) an outline description, (b) the system in terms of its performance, (c) generic specifications for the products that make up the system and (d) proprietary specifications for the products that make up the system.“ (Quelle: http://constructioncode.blogspot.co.uk)

  1. Kurzbeschreibung: Eine einfache Beschreibung, um den Entwurfsgedanken zum System festzuhalten.
  2. Leistungsorientierte Beschreibung des Systems
  3. Neutrale Beschreibung der Produkte, aus denen ein System zusammengestellt ist
  4. Proprietäre Beschreibung dieser Produkte.

NBS BIM-BibliothekDie NBS BIM-Bibliothek kennt in dem Sinne drei Ebenen: 

  1. BIM-Objekte mit einem niedrigen Informationsniveau, die graphisch nur sehr grob ausgearbeitet sind, dafür aber mit typischen Nutzungszonen versehen sind, die bei der Raumplanung helfen können.
  2. Neutrale BIM-Objekte, die graphisch aufwändiger gestaltet sind, jedoch nur einen Bautyp darstellen, ohne Feinheiten eines proprietären Produktes aufzuweisen.
  3. Proprietäre BIM-Objekte, die sowohl graphisch als auch alphanumerisch die gesamte Information in sich tragen.

Besonders interessant wird das NBS-Ökosystem dann, wenn die Teile ineinandergreifen und zusammen ihre Stärken ausspielen:

Derzeit bietet NBS Plug-ins für drei gängige Modellierungssoftwarelösungen an, die es ermöglichen, einen direkten Zusammenhang zwischen den Modellen und den Ausschreibungstexten herzustellen. Der Anwender kann somit Ausschreibungstexte und Modelle gleichzeitig aktuell halten!

Wenn in Deutschland demnächst die DIN SPEC 91400 (siehe auch Blog-Eintrag „Eine fach- und silo-überspannende Bauklassifikation für den deutsch-sprachigen Raum? [u]–> Link) herausgegeben wird, kann damit auch eine Verbindung zwischen den Modellen und den Texten generiert werden. Eine noch direktere Verbindung zwischen Ausschreibungstexten und Modellen vergleichbar mit der oben beschriebenen ist dann ein konsequenter nächster Schritt!

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Arbeitsablauf nach Maß – der RIBA Arbeitsplan 2013

Weil für das Thema der Detaillierungsgrade (= Level of Detail/Development oder auch LoD, siehe auch meinen einleitenden Blog-Eintrag „LoD = Lots of Definitions?–> Link) ein genau gestaffelter und strukturierter Prozess sehr wichtig ist, ist heute der RIBA Plan of Work 2013 (PoW–> Link), also der Arbeitsplan der Britischen Architektenkammer dran.

Webseite zum RIBA Arbeitsplan 2013 (Englisch)

RIBA Arbeitsplan 2013

Der PoW teilt den Bauprozess in acht Phasen ein (s. auch Blog-Eintrag „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen“ –> Link), die ich wie folgt übersetzen würde:

Acht Phasen des RIBA Arbeitsplanes 2013

Acht Phasen des RIBA Arbeitsplanes 2013

Bei diesen Phasen muss man gleich an die Leistungsphasen der HOAI denken. Ist die HOAI ein Arbeitsplan wie der PoW? Ist diese Honorarordnung ein Leitfaden, was in den verschiedenen Phasen gemacht werden soll? Wahrscheinlich nur bedingt, denn:

„Nur die Frage, ob und wie hoch eine Leistung eines unter das Regime der HOAI fallenden Planers vergütet wird, welche Förmlichkeiten er dabei zu beachten hat, soll in der HOAI geregelt werden, nicht hingegen die Ausgestaltung der Pflichten des Planers.“ (Quelle: http://www.grehsin.de/schwerpunkte/baurecht-architektenrecht/architektenrecht)

Etwas Vergleichbares zum PoW gibt es z. B. auf der Internetseite der Berliner Architektenkammer (–> Link): Das Kompendium „Der Weg zum Bauwerk“ (2007; –> Link)

„Das Nachschlagewerk stellt notwendige Aktivitäten aller am Bau Beteiligen in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten und in ihrem Ineinandergreifen dar. Es richtet sich somit an Architekten, Bauherren und Ausführende.“ (Quelle: http://www.ak-berlin.de/publicity/ak/internet.nsf/tindex/de_broschueren.htm)

Auf dieses Kompendium werde ich in meinem nächsten Blog-Eintrag näher eingehen. („‚Der Weg zum Bauwerk‘ für Architekten, Bauherren und Ausführende“ –> Link)

Der RIBA PoW fügt sich in das Große und Ganze der Britischen BIM-Strategie ein (siehe auch das BIM-Reifediagramm –> Link). Hierdurch ist er auch sehr gut verankert, was seiner – gefühlten – Legitimität ebenfalls zugute kommt!

Der Grundgedanke der integrierten Herangehensweise und der Effektivitätssteigerung durch Wissenstransfer von Projektpartnern bzw. durch Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten ist immer wieder zu spüren.

Bauprojekte als Kreisläufe

Logo RIBA Plan of WorkDas soll auch das Symbol in Form eines Kreises/Kreislaufes unterstreichen. Folgerichtig beginnt ein Projekt auch mit den Überlegungen, ob Um- oder Neubau angepasster ist (=“Strategic Definition„/“Strategische Festlegung„) und am Ende des Kreises, während der Betriebsphase (=“In Use„/“Betrieb„) versucht man in Nachbesprechungen Lehren aus dem gerade abgeschlossenen Projekt zu ziehen und diese für zukünftige Projekte nutzbar zu machen.

Daten und Zeitpunkt für Informationen definiert

In Sachen LoD ist interessant, dass im RIBA PoW für jede Phase die auszutauschenden Informationen bestimmt werden.

RIBA Plan of Work 2013 - Information Exchanges

Zusammenarbeit groß geschrieben

Der fachübergreifenden Zusammenarbeit zu einem möglichst frühen Zeitpunkt wird ein großer Stellenwert zugeschrieben:

„Die Wichtigkeit, ein Projektteam ordnungsgemäß zusammenzustellen, kann nicht unterschätzt werden. Insbesondere wenn man sich des wachsenden Einsatzes von einer Technik bewusst wird, die sowohl die Kommunikation zwischen geographisch weit von einander entfernten Parteien und als auch die Projektentwicklung mittels BIM ermöglicht. Damit Phase 2 [Anm: „Concept Design„/“Grobplanung„] überhaupt ernsthaft begonnen werden kann, ist es notwendig, dass zuvor das Projektteam ordnungsgemäß zusammengestellt wurde.“ (Quelle: RIBA Plan of Work 2013 – Overview).
Toolbox des RIBA Arbeitsplans 2013 (Englisch)

Toolbox des RIBA Arbeitsplans 2013

Praxisgerechter Einsatz durch Toolbox

Die Ambition der PoW-Macher war es, den Anwendern ein möglichst flexibles Instrument an die Hand zu geben. Da aber bestimmte Entscheidungen (wie z. B. die Art der Vergabe) Änderungen in späteren Phasen nach sich ziehen, lag es nahe, ein Hilfsmittel zu entwickeln, das diese Abhängigkeiten abbilden kann: Die Toolbox (–> Link). Diese basiert auf MS Excel® und liefert nicht nur die erwähnten Möglichkeiten, sondern ist zudem auch noch mit einer Vielzahl an Erläuterungen bestückt.

RIBA PoW als Gegenmittel zu Wildwuchs bei CAD-Standards

Interessanter Weise möchte die RIBA den PoW als Hilfsmittel für die Anwendung von BIM an sich sehen und damit gleich von Anfang an ein Zeichen setzen, um einem ähnlichen Wildwuchs an Standards wie bei der Einführung von CAD in den Büros gleich entgegenzuwirken.

Auch der RIBA PoW 2013 könnte exportiert werden!

Wie an anderer Stelle auch (s. Blogeintrag: „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen–> Link), ist auch in den Erläuterungen zum PoW zu lesen, dass durch das weltweite Interesse an den Britischen BIM-Aktivitäten, die Möglichkeit entsteht, dieses Dokument bzw. Hilfsmittel zu exportieren!

Bevor das aber passiert, sollte man sich anschauen, was wir hierzulande diesbezüglich schon aufweisen können. Daher möchte ich mir – wie bereits erwähnt – als nächstes das Kompendium „Der Weg zum Bauwerk“ (2007; –> Link) näher betrachten. („‚Der Weg zum Bauwerk‘ für Architekten, Bauherren und Ausführende“ –> Link).

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