little bim … und wann soll ich selber den Sprung ins kalte Wasser wagen? BIM

BIM: Taking the plunge

Wann ist es Zeit, den Sprung ins kalte BIM-Wasser zu wagen?

Auch die lange (!) Reise hin zur Integrierte Projektabwicklung (IPD (s. letzter Blog-Eintrag; –> Link) beginnt für jeden Einzelnen mit dem ersten Schritt!

Wann ist für mich die richtige Zeit, den Sprung ins Unbekannte, ins kalte BIM-Wasser zu wagen?

Vor kurzem habe ich einen Blog-Eintrag „Zu BIM wechseln – Sprung ins kalte Wasser: Wann ist die beste Zeit, den Wechsel zu BIM zu vollziehen?“ von Crawford Smith (tesseract-design; –> Link) zu diesem Thema gelesen. Ich möchte gerne im Folgenden darüber und über zwei damit zusammenhängenden Einträge des gleichen Autors, „Hol das meiste aus BIM heraus – werde ein BIM-Experte“ („Get the Most out of BIM – Be a BIMwit!“; –> Link) und „Noch weiter springen – zusätzliche Gedanken über den Wechsel zu BIM“ („Taking the Plunge Further – More Thoughts on Switching to BIM“; –> Link) berichten:

Crawford Smith ist einer, der den Sprung ins kalte BIM-Wasser schon vor einiger Zeit vollzogen hat und jetzt anderen dabei hilft, diesen Schritt zu meistern. Dabei hat er ein kleines Architekturbüro in den USA und wickelt auch eigenständig Architektur-Projekte ab. Beim Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen (m. E. zunächst ’nur‘ „little bim“; s. auch „Wieviel BIG BIM steckt im BIM-Level 3?„; –> Link) sieht er vor allem die folgenden vier Vorteile:

BIM = Mehr Zeit für den Entwurf

Smith beleuchtet hierbei den Aspekt, dass man beim objektorientierten Arbeiten mit einem BIM-tauglichen CAD-Programm einen großen Teil der notwendigen Zeichnungen (jederzeit!) aus dem Modell generieren kann – bei gegebener Kohärenz!

Vorteile von BIM - Mehr Zeit für den Entwurf

Vorteile von BIM – Mehr Zeit für den Entwurf

 BIM = Bessere Entwurfsdarstellung & Kommunikation mit dem Kunden

Wenn man seinen Entwurf bereits aus 3D-Objekten zusammensetzt, so kann der Planer schnell interessante und für den Entwurf sprechende Ansichten generieren. Hierbei kann sie/er davon ausgehen, dass die Abbildung verständlich ist, ohne dass das Gegenüber Pläne lesen können muss. Die Idee des dreidimensionalen Entwurfes kann ohne Hin- und Herübersetzungen in 2D-Pläne vermittelt werden:

Vorteile von BIM - Bessere Vermittlung von Entwurfsideen

Vorteile von BIM – Bessere Vermittlung von Entwurfsideen

BIM = Bessere Koordination zwischen den Fachdisziplinen

Wenn die anderen Fachdisziplinen wie Statik und/oder Haustechnik auch mit BIM-Werkzeugen arbeiten, kann der Planer diesen das Modell als Arbeitsgrundlage zur Verfügung stellen. Somit können sie ihr Expertenwissen direkt ins Modell einfließen lassen, also ohne große Umwege – im Idealfall auch ohne Medienbrüche!

Vorteile von BIM - Bessere Kommunikation zwischen Fachdisziplinen

Vorteile von BIM – Bessere Kommunikation zwischen Fachdisziplinen

BIM Firmen = Als progressiv angesehen = Attraktive Arbeitgeber

Allerorten hört man vom Fachkräftemangel. Wenn sich eine Firma dem Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen (BIM) verschrieben hat, zeigt sie sich als ein Unternehmen, das sich der Digitalisierung nicht verschlossen, sondern eher gestellt hat und gewinnt dadurch bei Arbeitnehmern und -gebern an Attraktivität. Das kann im Bemühen um gutes Personal nur von Vorteil sein:

Vorteile von BIM - progressiv - attraktiv

Vorteile von BIM – progressiv – attraktiv

„Nur die BIM-Sprache zu sprechen ist nicht genug; ein Unternehmen muss auch den BIM-Gang gehen!“

Was will uns der Fachmann damit sagen? Auf den Nenner gebracht, kann man es wohl folgendermaßen übersetzen: „Wenn schon, denn schon!“. Das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen erfordert eine andere, eine ganzheitliche Herangehensweise! Daher ist es nicht genug, wenn Bauzeichner sich dieser Methode bedienen, nein, sie muss von der gesamten Firma getragen, ja gelebt werden:

Arbeiten mit BIM - Jeder (!) soll ein Vogelhäuschen modellieren können!

Arbeiten mit BIM – Jeder (!) soll ein Vogelhäuschen modellieren können!

„Das größte Hindernis, das ein Unternehmen bei einer erfolgreichen Einführung eines BIM-Programms zu überwinden hat, ist die diesbezügliche Verständnislosigkeit auf der Führungsebene!“

Um das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen zu verstehen, muss man auch einmal selbst Hand angelegt haben. Hiermit meint Crawford Smith aber nicht nur die Modellierer oder die Praktikanten, nein, alle die beim Projekt auf irgendeine Weise mit dem Entwurf zu tun haben:

„Meine Empfehlung lautet, dass jede Person, die innerhalb des Projektteams eine Rolle mit Entwurfsbezug innehat, dazu in der Lage sein sollte, ein Vogelhäuschen zu entwerfen und eine Anzahl einfacher Zeichnungen zu generieren, die den Entwurf  zum Ausdruck bringen. Dies gilt sowohl für den Leiter des gesamten Teams als auch für den neuesten Praktikanten.“

Tipp: Klein oder einfach anfangen!

Der Schritt zum Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen will vorbereitet sein. Man sollte sich zum Beispiel überlegen, mit welchem Projekt man anfangen möchte:

„Im Allgemeinen lautet meine Empfehlung an meine Kunden, im Kleinen mit BIM anzufangen! Im Grunde genommen ist jeder Auftrag, der mehr umfasst als Grundrisse, ein gutes erstes Projekt für BIM: Jedes Projekt, das Aufrisse, Schnitte und Stücklisten umfasst, die alle viel einfacher mithilfe von BIM als mit einem 2D-Prozess generiert und aktualisiert werden können.“

„Man sollte auf keinen Fall für seine ersten BIM-Schritte ein zu kompliziertes Projekt auswählen, sondern sich noch etwas Bewegungsraum für das Hantieren mit der Lernkurve übrig lassen. Beim Auswählen des ersten BIM-Projektes muss man also nicht im Kleinen, aber auf jeden Fall einfach beginnen.“

BIM-Lernkurve

Die ‚Lernkurve‘ ist ein gutes Stichwort! Das bedeutet ja von vornherein, dass eine Entwicklung stattfinden wird, mit Höhen und Tiefen. Daher ist es wichtig, dass man nicht gleich in die Vollen steigt, d. h. ein Projekt aussucht, mit dem es Geld zu verdienen gilt. Ich lese den Blog auf tesseract-design.com so, dass man mit ‚little bim‘ anfangen sollte, um seine BIM-Reise zu beginnen:

„Eine weitere Empfehlung an meine Kunden lautet, zunächst einmal einen Probelauf mit einem kleinen Projekt zu machen, das bereits abgeschlossen ist. Auf diese Weise lässt sich die Gefahr, Fehler zu machen, auf effektive Weise neutralisieren. Zudem können Anfängerfehler, die mit dem Wechsel zu einem neuen Programm einhergehen, aus dem Weg geräumt werden, bevor es bei einem bezahlten Projekt ernst wird.“

BIM-Lernkurve - nicht ohne Tiefen!

BIM-Lernkurve – nicht ohne Tiefen!

Drei Projekte, um zu wissen wo’s lang geht …

„Im Allgemeinen muss ein Team drei Projekte abgewickelt haben, bis es genug Erfahrungen gesammelt hat, um das Potential einer BIM-Software gänzlich auszuschöpfen. Beim Planen der Lernkurve sollten also drei Projekte betrachtet werden – es werden während dieser drei ersten Projekte Dinge auftreten, die Probleme verursachen.

Aber vor allem sollte man sich NICHT entmutigen lassen. Man sollte sich vor Augen halten, dass die Anfangsprobleme bei frühen BIM-Projekten langfristig mit einem besseren Entwurfsprozess belohnt werden.

Wann anfangen? JETZT!

Crawford Smith meint, dass die BIM-Vorteile (s. auch oben) für jedes Architekturbüro überzeugend sein sollten:

BIM bietet jedoch besondere Vorteile, die sowohl einem Ein-Personen-Unternehmen als auch einem großen Büro mit mehreren Standorten zugute kommen können.“

Die Quintessenz aus seinen drei Blog-Einträgen möchte ich wie folgt zusammenfassen:

BIM ist da und lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. BIM hat Vorteile, die jedem Büro die Arbeit erleichtern. Wenn man seine Tipps beachtet, so gibt es keinen Grund mehr, die ersten Schritte der BIM-Reise hinauszuzögern!

Man kann es auch noch einfacher ausdrücken – wie z. B. Herr Dr. Schiller im neuesten Eintrag seines Blogs ‚Der Schillernde Blick auf die Baubranche‘ (–> Link) : „BIM einfach machen!“

Es bleibt spannend! Schauen Sie doch einfach mal wieder vorbei! Oder machen Sie es sich einfach, abonnieren Sie meinen Blog und empfehlen ihn weiter! Gerne höre ich von Ihnen und empfange Ihre Bewertungen (s. u.)!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin!

Konrad Stuhlmacher

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Das Interesse an BIM wächst in Deutschland – Ein Meilenstein für ‚BIM und um BIM herum‘!

100 Follower - Grafiken aus 25 Blogeinträgen

Gestern, am 26. Februar 2015, rund ein Jahr nach dem Eintrag ‚Erste Schritte …‘ (–> Link) hat sich der 100. Abonnent in die BIM-und-um-BIM-herum-Liste eingetragen! Anlass genug, dass ich mich einmal bei Ihnen, den Abonennten, den ‚Followern‘, herzlich bedanke!

Aber auf diesen Lorbeeren werde ich mich nicht ausruhen, sondern mich gleich wieder an den Blog-Eintrag machen, an dem ich gerade arbeite (Arbeitstitel: „‚Was‘, ‚Wie‘, ‚Wer‘, ‚Realisieren‘ einmal anders – Integrierte Projektabwicklung (IPD)„) und der in der kommenden Woche (KW 10 2015) veröffentlicht werden soll.

Es bleibt also spannend! Schauen Sie doch wieder einmal vorbei! Machen Sie es sich einfach und abonnieren Sie meinen Blog und empfehlen ihn weiter! Es würde mich freuen!

Vielen Dank noch einmal und schöne Grüße aus Berlin!

Konrad Stuhlmacher

2014 >> 2015

Ich wünsche Ihnen alles Gute für das kommende Jahr 2015!

ALLES GUTE FÜR 2015 (nicht nur) MIT BIM!

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu und ich wollte mich herzlich für Ihr Interesse bedanken und Ihnen alles Gute für das kommende Jahr 2015 wünschen.

Nächste Themen:

Grob habe ich mir vorgenommen, Dänemark und seine Aktivitäten um BIM und um BIM herum etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Hätten Sie ansonsten noch Themenvorschläge, Themenwünsche? Gerne nehme ich diese in meine Überlegungen mit auf! Schreiben Sie mir!

Auch im nächsten Jahr bleibt es spannend! Schauen Sie doch wieder einmal vorbei! Machen Sie es sich einfach und abonnieren Sie meinen Blog und empfehlen ihn weiter! Es würde mich freuen!

Konrad Stuhlmacher

Da tut sich ja doch ‚was in Deutschland!

Foto_BIM_Workshop Wenn man sich auf den einschlägigen deutschsprachigen Webseiten in Sachen BIM so umschaut, so kann man nur den Eindruck bekommen: ‚Still ruht der See‘ … oder doch nicht? Wie ich schon in meinen letzten Blog-Einträgen (s. z. B. ‚Ländervergleich: BIM-Premiere League, BIM-Bundesliga, BIM-Regionalliga–> Link, oder ‚Die Niederländische BIM Task Group: Bouw Informatie Raad–> Link) erwähnt habe, hat das DIN Deutsches Institut für Normung e. V. am letzten Donnerstag (11.9.2014) einen BIM-Workshop veranstaltet. Und? Da tut sich ja doch ‚was in Deutschland in Sachen BIM! Das Programm sah folgendermaßen aus:

Während auch alle Vorträge auf der Seite des Normenausschuss Bauwesen des DIN (–> Link) veröffentlicht sind, so möchte ich doch im Folgenden auf sie eingehen – mal mehr, mal weniger.

BIM-Strategie für Deutschland

Herr Dr. Koggelmann, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI, –> Link) berichtete über die Arbeiten der Reformkommission Bau von Großprojekten (–> Link) und hier im Speziellen von den Arbeiten der Arbeitsgruppe BIM. Ende letzten Jahres, also schon im Dezember 2013 hat die AG BIM eine erste Skizze einer BIM-Strategie für Deutschland vorgelegt. (Still ruht der See … !?). Die Strategie umreisst die folgenden Eckpunkte:

  • Daten verfügbar machen, Transparenz schaffen

Hochwertige Informationen werden zum richtigen Zeitpunkt benötigt, um kompetente Entscheidungen im Hinblick auf die ökonomischen und ökologischen Ziele treffen zu können;

  • Öffentlicher Auftraggeber

Dem öffentlichen Auftraggeber kommt bei der Durchsetzung der BIM-Methode eine besondere Rolle zu;

  • Referenzprojekte

Anhand von Referenzprojekten kann gezeigt werden, was jetzt schon geht, was noch entwickelt werden muss und was andere davon lernen können;

  • Push-Pull-Strategie (Fördern und Fordern)

Push = Förderung und aktive Hilfe- stellung bei der Umsetzung innerhalb der Bauwirtschaft, Pull = Forderungs-Impuls in die Bauwirtschaft als klares Zeichen, ganz bestimmte verlässliche und transparente Datenlieferungs- und Entschei- dungsprozesse zu etablieren;

  • Kompetenzsteigerung

Durch höheres Kompetenzniveau (=positiver Nebeneffekt von Push-Pull-Strategie) die Zuverlässigkeit der Bauwirtschaft festigen und ausbauen;

  • KMUs

Besonderes Augenmerk auf KMUs, um eine Überforderung des Gesamtmarktes zu vermeiden;

  • Soft Landings (sanfter Übergang)

Definition einer „Übergangsphase“ (Soft Landings), in der der Auftraggeber / Immobilienbetreiber begleitet wird, um in vollem Umfang den Nutzen aus den gelieferten Daten ziehen zu können und auch um die Erkenntnisse während einer Be- triebsphase wieder in der Bauwirtschaft verfügbar zu machen;

  • Zeithorizont

Konkretes Ziel ist, im Verlauf der nächsten 5 Jahre für Großvorhaben integrierte modellorientierte Arbeitsweisen in einem noch zu definierenden Umfang schrittweise einzuführen.

Bauen Digital GmbH*

Herr Wernik (LÉON WOHLHAGE WERNIK –> Link, Vorsitzender der Geschäftsführung von buildingSMART e. V. –> Link) konnte in seinem Vortrag verkünden, dass am 8. 9. 2014 von Verbänden der deutschen Bauindustrie beschlossen wurde, eine GmbH als eine deutsche BIM Task Group  zu gründen und diese „Bauen Digital GmbH – Gesellschaft zur Digitalisierungs des Planens, Bauens und Betreibens“ zu nennen.

Unterstützung für die Bauen Digital GmbH

Unterstützung für die Bauen Digital GmbH

[N.B: NN steht dafür, dass bei der Bauen Digital GmbH die Türen für jeden offen stehen, sei es Verband, sei es Privatperson, um sich dieser Initiative anzuschließen] Die Mission der neuen GmbH liest sich wie folgt:

  • beschleunigte Einführung von BIM in Deutschland koordinieren und unterstützen;
  • Vermeidung von Überlappung und Lücken der erforderlichen Aktivitäten;
  • Priorisierung und Delegation von Aufgaben;
  • bündelnde Kommunikation.

* 2015-02-20:
Heute wurde von den Verbänden der Planungs-, Bau- und Immobilienwirtschaft die
„planen-bauen 4.0 – Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH“.
Siehe auch Pressemitteilung von buildingSMART e. V. –> Link.

Meine Präsentation mit dem Titel: „BIM-Aktivitäten außerhalb und innerhalb Deutschlands“ können Sie bei Slideshare finden (–> Link).

buildingSMART International

Herr Dr. Liebich (AEC3 Deutschland GmbH, –> Link) stellte die Normungs- und Standardisierungsaktivitäten bei ISO und CEN bzw. buildingSMART International vor. In meinem Blog habe ich des Öfteren bereits die BIM-Entwicklungskurve von Bew & Richards oder Varianten davon als Grafik eingebunden oder besprochen. Gerade auch deshalb fand ich die Variante von buildingSMART International sehr interessant, die ich übersetzenderweise aufgearbeitet habe:

Links zum Glossar:

Links zum Glossar: BIM, IFC, CV, COBie, MVD, BCF, LOD

VDI 3805 – international

Herr Dr. Manfred Pikart vom Bundesindustrieverband Deutschland – Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. (BDH, –> Link) stellte die Normungsaktivitäten vor, bei denen die VDI-Richtlinie 3805 „Produktdatenaustausch in der Technischen Gebäudeausrüstung“ die Basis für die Erarbeitung der ISO 16757 bildet (–> Link).

Anwendung eines Standards: Revit®-plug-in für DIN SPEC 91400

DBDBIMÜber die Erarbeitung der DIN SPEC 91400 habe ich bereits in einem früheren Blog-Eintrag berichtet (s. ‚Eine fach- und silo-überspannende Bauklassifikation für den deutsch-sprachigen Raum? [u]–> Link). Herr Dr. Klaus Schiller, Dr. Schiller & Partner GmbH – Dynamische BauDaten (–> Link) erörterte die ‚BIM-Klassifikation nach STLB-Bau‚. Die Idee ist, dem Anwender ein Hilfsmittel zu geben, ein Bauteil standardisiert, menschen- und maschinenlesbar (=“GUID-isch“) zu spezifizieren sowie den offenen und neutralen IFC-Datenaustausch an den dafür vorgesehenen Stellen so zu füllen, dass der Daten-Empfänger diese Bauteileigenschaften genauso wie abgeschickt bekommt und weiterverarbeiten kann. Während es die Klassifikation zum einen als ’neutrale‘ IFC-Datei zum Herunterladen geben wird (Ende 2014), so wird DBD – als eine erste Anwendung der DIN SPEC – auch eine DBD-BIM-Schnittstelle anbieten, die darüber hinaus noch Folgendes bietet:

  • Verknüpfung mit nationalen und internationalen Klassifikationen (DIN 276-1, OmniClass™, Uniclass2, etc.)
  • BIM-integriertes Fachwissen (z.B. Regeln der Technik)
  • Modellbasierte Leistungsbeschreibungen
  • Modellbasierte Mengen-Wert-Gerüste für Kostenermittlungen

Was ich aber besonders spannend finde ist, dass auch gleich ein Revit®-plug-in angeboten wird (zur BAU 2015 in München), das neben den oben genannten Verknüpfungen auch dafür sorgt, dass die standardisierten Bauteileigenschaften sowohl im IFC-Import als auch IFC-Export enthalten sind – und das direkt aus Autodesk Revit® heraus!

VDI-Koordinierungskreis „Building Information Modeling“

Bereits im Dezember 2013 wurde beim VDI ein Koordinierungskreis ‚Building Information Modeling‘ gegründet (KK-BIM –> Link), deren Vorsitz Herr Prof. Rasso SteinmannInstitut für angewandte Bauinformatik e. V. an der Hochschule München (IABI, –> Link) übernommen hat. (Still ruht der See?!). VDI_Agenda_BIMDieser hat nun eine Agenda erarbeitet (–> Link), die folgende Handlungsfelder umfasst:

  • Mensch

Eine klare Definition der Verantwortlichkeiten und Rollen ist bei der BIM-Anwendung der erste und zugleich einer der wichtigsten Schritte.

  • Technologie

Die BIM-Technologie sollte im Rahmen der Regelsetzung so beschrieben werden, dass Aspekte wie z. B. Datenaustausch, Datenmanagement oder Mengenermittlung in den Richtlinien standardisiert sind.

  • Prozesse

Im Rahmen der Richtlinienarbeit zu Prozessen sollen Themen wie ‚Anforderungen an die Planung und den Ablauf‚ oder ‚Qualitätskriterien für Informationen, Ausschreibung versus Angebot‚ betrachtet werden.

  • Rahmenbedingungen 

Bei den Rahmenbedingungen sind muss ein Abgleich mit den existierenden Regelungen stattfinden, beispielsweise mit der VOB und der HOAI.

Zitat aus der Agenda des VDI KK-BIM: „Die deutschen Besonderheiten bei der Planung, Erstellung und dem Betrieb von Bauwerken macht eine nationale Regelsetzung jedoch in jedem Fall erforderlich. Diese maßgeblich durch den VDI– Koordinierungskreis BIM getriebene nationale Regelsetzung soll weiterhin die Grundlage für den deutschen Standpunkt zu einer in absehbarer Zukunft folgenden internationalen Normung (ISO) sein.“ Zwischen dem DIN Deutsches Institut für Normung e. V. und dem VDI in Sachen BIM wurde ein Einvernehmen über die Arbeitsteilung erreicht. Der VDI ist die maßgebliche Stelle für die nationale BIM-Regelsetzung. Jedoch wenn es darum geht, diese Regeln in die Welt, d. h. zu CEN und zu ISO zu tragen, ist dies die Aufgabe des DIN Deutsches Institut für Normung e. V. Dies wurde in der abschließenden Podiumsdiskussion auch deutlich.

Machen Sie mit!

IMG_1555 Wenn eine Europäische Norm erarbeitet wird, so werden jeweils in den Mitgliedsländern der europäischen Normungsorganisation CEN – worunter auch Deutschland – sogenannte Spiegelgremien mit Vertretern aller nationalen interessierten Kreise gebildet. In diesem Spiegelgremium wird daraufhin – im Konsens (!) – eine Meinung zu den zur Diskussion stehenden Themen gebildet. Diese Meinung wird dann von einem entsandten Vertreter bei der Arbeit des europäischen Normungsgremiums eingebracht. Eine Besonderheit ist, dass alle auf CEN-Ebene erarbeitete Europäischen Normen – im Gegensatz zu den Internationalen Normen auf ISO-Ebene – automatisch ins deutsche Normenwerk übernommen werden müssen, also automatisch deutsche Normen werden. Einer frühzeitigen Einflussnahme kommt hierbei also eine große Bedeutung zu! Bei der Podiumsdiskussion ging es genau um ein solches deutsches Spiegelgremium, da bereits Ende des Jahres 2014 (!) mit höchster Wahrscheinlichkeit bei CEN ein sogenanntes Technisches Komitee gegründet wird, das die zukünftigen europäischen Normungsarbeiten zum Thema BIM koordinieren soll.

Alle interessierten Kreise in Deutschland sind also aufgerufen, Vertreter in dieses Spiegelgremium beim DIN zu entsenden, um Deutschland eine fundierte Stimme bei den Normungsarbeiten zu BIM auf europäischer Ebene zu geben! Auch Sie sind damit gemeint!

[N.B: Hier können Sie Kontakt zum Ansprechpartner im Normenausschuss Bauwesen (NABau) im DIN aufnehmen: –> Link]

Ergebnis

Nach einer kurzen Kaffeepause wurden den Teilnehmern die folgenden Punkte als Ergebnis des Workshops präsentiert:

  • Gründung der „Bauen Digital GmbH“ wird durch die Anwesenden begrüßt.
  • Die Gesellschaft bündelt die Interessen der Bauwirtschaft.
  • Pränormative Richtlinienarbeit zur Umsetzung des Standes der Forschung im Markt wird begrüßt.
  • Der sich anschließende Stand der Technik wird in die Normung überführt werden.
  • DIN wird hierzu ein entsprechendes Gremium etablieren und zu einer Auftaktsitzung einladen.
  • Dieses DIN-Gremium ist für die europäische und internationale Spiegelarbeit verantwortlich.
  • Die Partner DIN/VDI/Bauen Digital GmbH werden ihre Zusammenarbeit daraufhin abstimmen, dass keine Doppelarbeiten entstehen.
  • Weitere Regelsetzer sind ausdrücklich eingeladen, an der Zusammenarbeit teilzunehmen.

Mein Resümee

Es ist festzustellen, dass Deutschland in Sachen BIM weit hinter dem zurückhängt, was andere – auch europäische Staaten – uns bereits jahrelang vormachen. Aber: Da tut sich ja doch ‚was in Deutschland in Sachen BIM! Aber jetzt ist es nicht die Zeit wie Herr Dr. Thomas Liebich (AEC3 Deutschland GmbH, –> Link) sehr trefflich formulierte: „Zu schauen was für fünf Sachen noch nicht funktionieren, sondern zu realisieren, dass bereits fünf Sachen funktionieren. Es gilt jetzt, mit diesen anzufangen, um dann die noch nicht funktionierenden Sachen anzugehen!“ Es bleibt bzw. wird spannend (in Deutschland)! Ich werde darüber berichten! Schauen Sie doch wieder einmal vorbei! Machen Sie es sich einfach und abonnieren Sie meinen Blog und empfehlen ihn weiter! Es würde mich freuen!

Und die Österreicher?

Warum in die Ferne – d. h. über den Ärmelkanal – schweifen, wenn das Gute – BIM natürlich 😀 liegt so nah? In Österreich tut sich was …

In meiner Zeit bei der AEC3 Deutschland GmbH (–> Link) habe ich u. a. ein Forschungsvorhaben (ZukunftBau –> Link 10.08.17.7-12.03) für das BBSR bearbeitet, das die Untersuchung der drei Datenaustauschformate GAEB DA XML (Deutschland), SIA 451 XML (Schweiz) und die ÖNORM A 2063 (Österreich) unter dem Aspekt eines gemeinsamen Basisdatenaustauschs für die D-A-CH-Länder zum Inhalt hatte.

Um mögliche Resultate auf eine breite Basis zu stellen, hatten wir bei unserer Bewerbung mehrere länderübergreifende Workshops vorgeschlagen, von denen der erste in Berlin und der zweite in Wien stattfand (siehe hierzu auch den Eintrag des AEC3-Blogs „2. D-A-CHWorkshop (Wien, 20. September 2013)–> Link).

Eines der wichtigsten Ergebnisse aus meiner Sicht war, dass sich für diese Treffen eine Gruppe mit Vertretern aller drei D-A-CH-Länder zusammengefunden hat, die sich mit dem Thema AVA-Datenaustausch (und BIM!) beschäftigen!

Auch wenn das Forschungsvorhaben mittlerweile abgeschlossen ist, steht jetzt für morgen, 14.3.2014, das dritte Treffen, diesmal beim CRB in der Schweiz, an!

In der Diskussion über mögliche gemeinschaftliche Betätigungsfelder war bereits im September 2013 das Thema auf BIM und die Prozessbeschreibung gekommen. Genau dieses Themenfeld hat sich das Komitee 011’Hochbau Allgemeines‘ des Österreichischen Normungsinstitutes (–> Link) vorgenommen.

Morgen sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden. Auf der Tagesordnung steht die Vorstellung der beiden Normenentwürfe:

  • ÖNORM A 6241-1 „Digitale Bauwerksdokumentation – Teil 1: CAD-Datenstrukturen und Building Information Modeling (BIM) – Level 2″ und
  • ÖNORM A 6241-2  „Digitale Bauwerksdokumentation – Teil 2: Building Information Modeling (BIM) – Level 3-iBIM“

Zudem wollen wir die Auswirkung dieser Normen auf die österreichische Bauwelt, aber eben auch ihre Bedeutung für Deutschland und die Schweiz diskutieren.

Es bleibt also spannend! Ich werde darüber berichten!

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Eine fach- und silo-überspannende Bauklassifikation für den deutsch-sprachigen Raum? [u]

Herr Dr. Schiller (Dr. Schiller & Partner GmbH, –> Link) schreibt in seinem neuesten Blog-Eintrag über etwas sehr Spannendes: BIMKlassifikation nach STLB-Bau für den IFC-Datenaustausch (–> Link)

Das klingt sehr verwandt mit dem Satz, den ich schon ein paar Mal in meinem eigenen Blog (s. z. B. Blog-Eintrag: „Normung volksnah … Mitmachen erwünscht!–> Link) verwendet habe: „Im Übrigen meine ich, dass wir im deutsch-sprachigen Raum eine umfassende Bauklassifikation benötigen!“

Auf Basis von ISO 12006-2?

Eine BIM-Klassifikation nach STLB-Bau? Ein Vorbild hierfür sollte m. E. die Anstrengungen sein, die gerade mit Uniclass2 in Großbritannien unternommen werden. Sie basieren – m. E. auch für eine deutsch-sprachige Klassifikation sehr wichtig! – auf der internationalen Norm ISO 12006-2, die gerade überarbeitet wird (s. Blog-Eintrag: „Normung volksnah … Mitmachen erwünscht!“ –> Link). Diese Internationale Norm ist die Grundlage für eine Vielzahl von Bauklassifikationen auf der ganzen Welt und liefert für diese in etwas folgendes Gerüst:

ISO 12006-2  - Rahmenwerk für Bauklassifikationen

ISO 12006-2 – Rahmenwerk für Bauklassifikationen

Uniclass2 macht daraus das Folgende:

Uniclass2 hat eine durchgängige Herangehensweise - vom Komplex bis hin zum Produkt

Uniclass2 hat eine durchgängige Herangehensweise – vom Komplex bis hin zum Produkt

Hierbei sollte noch erwähnt werden, dass NBS, sozusagen der Britische GAEB, für sein modernes Ausschreibungssystem NBS Create auch Uniclass2 als Klassifikationsgerüst benützt. Die Produkt-Abbildung im Uniclass-Schaubild stellt den Aufbau von NBS Create dar!

Umfang der Klassifikation?

Eine BIM-Klassifikation nach STLB-Bau? STLB-Bau ist „die umfangreichste Datenbank zu Ausschreibungstexten für Bauleistungen auf dem Europäischen Markt.“ (Quelle: GAEB-Homepage –> Link). Diese Datenbank liefert Texte für Bauleistungen, also für ‚Work Results‘ (s. A 13 im ISO 12006-2-Schaubild). Wie wird in der DIN SPEC 91400 mit dem Rest umgegangen? Herr Dr. Schiller spricht die klassifizierten Bauteileigenschaften an. Müsste der Ansatz nicht umfassender sein, so dass die Durchgängigkeit (s. Uniclass2) gegeben ist?

Wenn man sich die Abhängigkeiten schematisch einmal anschaut, so ergibt sich folgendes Schaubild:

Zusammenhänge, die von einer Klassifikation beachtet bzw. abgebildet werden können müssten

Zusammenhänge, die von einer Klassifikation beachtet bzw. abgebildet werden können müssten

Siloübergreifend?

Ein Negativbeispiel für eine silo-konzentrierte Klassifikation ist die DIN 276-1 „Kosten im Bauwesen – Teil 1: Hochbau“ (–> Link) bzw. DIN 276-4 „Kosten im Bauwesen – Teil 4: Ingenieurbau“ (–> Link). Hierbei wurde nicht (!) siloübergreifend gedacht und im Teil 4 Nummern für Kostengruppen des Ingenieurbaus verwendet, die im Teil 1 bereits für Kostengruppen des Hochbaus verwendet wurden! Der einheitliche Gedanke, ja der BIM-Gedanke, des fach-übergreifenden Informationsaustausches ist damit konterkariert! M. E ist es wichtig, dass dieser Fehler bei der BIM-Klassifikation nach STLB-Bau von vorneherein nicht gemacht wird! 

Entgegen der allgemeinen Meinung, ist STLB-Bau nicht nur für Leistungen des Hochbaus, sondern umfasst auch Leistungen des Tiefbaus. Dies ist hoffentlich schon Grund genug, die Silos aufzubrechen! Man darf gespannt sein, ob dann auch STLB-Bau als Ausschreibungsinstrument nach dieser Klassifikation gegliedert wird.

Vielversprechende Autorenschaft

„Deshalb haben sich buildingSMART, CAFM-RING, ZDB, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Dr. Schiller & Partner GmbH sowie f:data GmbH entschlossen, eine BIM-Klassifikation nach STLB-Bau als öffentlich verfügbare DIN-Spezifikation zu erstellen.“ (Quelle: BIM-Klassifikation nach STLB-Bau für den IFC-Datenaustausch)

Wenn man sich die beteiligten Parteien anschaut, so ist dies ein gutes Zeichen!

Internationalität

STLB-Bau ist das Ausschreibungssystem, das für die Bau-Ausschreibungen des Bundes herangezogen werden muss (s. entsprechenden Erlass des Bundesbauministeriums: –> Link). Es bildet deutsche Gegebenheiten ab und basiert auf der VOB. Wie wird die ‚BIM Klassifikation nach STLB-Bau‚ im D-A-CH-Raum angenommen, der sich ja auch mit BIM beschäftigt? Wird sie flexibel genug sein, um auch in Österreich und der Schweiz angewandt werden zu können oder schränkt der Titel etwa zu sehr ein?

Das folgende Zitat lässt diesbezüglich aufhorchen:

„Die BIM-Klassifikation nach STLB-Bau für den IFC-Datenaustausch vernetzt nationales und internationales Wissen.“ (Quelle: BIM-Klassifikation nach STLB-Bau für den IFC-Datenaustausch).

Auch hier gilt es Silos, nämlich die der Länder, gewissermaßen zu sprengen.

Es bleibt also spannend. Ich wünsche diesem Projekt alles Gute und viel Erfolg. Ich werde weiter darüber berichten!

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[u] Hier noch die Pressemeldung vom 8. März 2014 zur DIN SPEC 91400:

„Neue DIN SPEC 91400 – BIM-Klassifikation nach STLB-Bau“ –> Link

Arbeitsablauf nach Maß – der RIBA Arbeitsplan 2013

Weil für das Thema der Detaillierungsgrade (= Level of Detail/Development oder auch LoD, siehe auch meinen einleitenden Blog-Eintrag „LoD = Lots of Definitions?–> Link) ein genau gestaffelter und strukturierter Prozess sehr wichtig ist, ist heute der RIBA Plan of Work 2013 (PoW–> Link), also der Arbeitsplan der Britischen Architektenkammer dran.

Webseite zum RIBA Arbeitsplan 2013 (Englisch)

RIBA Arbeitsplan 2013

Der PoW teilt den Bauprozess in acht Phasen ein (s. auch Blog-Eintrag „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen“ –> Link), die ich wie folgt übersetzen würde:

Acht Phasen des RIBA Arbeitsplanes 2013

Acht Phasen des RIBA Arbeitsplanes 2013

Bei diesen Phasen muss man gleich an die Leistungsphasen der HOAI denken. Ist die HOAI ein Arbeitsplan wie der PoW? Ist diese Honorarordnung ein Leitfaden, was in den verschiedenen Phasen gemacht werden soll? Wahrscheinlich nur bedingt, denn:

„Nur die Frage, ob und wie hoch eine Leistung eines unter das Regime der HOAI fallenden Planers vergütet wird, welche Förmlichkeiten er dabei zu beachten hat, soll in der HOAI geregelt werden, nicht hingegen die Ausgestaltung der Pflichten des Planers.“ (Quelle: http://www.grehsin.de/schwerpunkte/baurecht-architektenrecht/architektenrecht)

Etwas Vergleichbares zum PoW gibt es z. B. auf der Internetseite der Berliner Architektenkammer (–> Link): Das Kompendium „Der Weg zum Bauwerk“ (2007; –> Link)

„Das Nachschlagewerk stellt notwendige Aktivitäten aller am Bau Beteiligen in ihren gegenseitigen Abhängigkeiten und in ihrem Ineinandergreifen dar. Es richtet sich somit an Architekten, Bauherren und Ausführende.“ (Quelle: http://www.ak-berlin.de/publicity/ak/internet.nsf/tindex/de_broschueren.htm)

Auf dieses Kompendium werde ich in meinem nächsten Blog-Eintrag näher eingehen. („‚Der Weg zum Bauwerk‘ für Architekten, Bauherren und Ausführende“ –> Link)

Der RIBA PoW fügt sich in das Große und Ganze der Britischen BIM-Strategie ein (siehe auch das BIM-Reifediagramm –> Link). Hierdurch ist er auch sehr gut verankert, was seiner – gefühlten – Legitimität ebenfalls zugute kommt!

Der Grundgedanke der integrierten Herangehensweise und der Effektivitätssteigerung durch Wissenstransfer von Projektpartnern bzw. durch Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten ist immer wieder zu spüren.

Bauprojekte als Kreisläufe

Logo RIBA Plan of WorkDas soll auch das Symbol in Form eines Kreises/Kreislaufes unterstreichen. Folgerichtig beginnt ein Projekt auch mit den Überlegungen, ob Um- oder Neubau angepasster ist (=“Strategic Definition„/“Strategische Festlegung„) und am Ende des Kreises, während der Betriebsphase (=“In Use„/“Betrieb„) versucht man in Nachbesprechungen Lehren aus dem gerade abgeschlossenen Projekt zu ziehen und diese für zukünftige Projekte nutzbar zu machen.

Daten und Zeitpunkt für Informationen definiert

In Sachen LoD ist interessant, dass im RIBA PoW für jede Phase die auszutauschenden Informationen bestimmt werden.

RIBA Plan of Work 2013 - Information Exchanges

Zusammenarbeit groß geschrieben

Der fachübergreifenden Zusammenarbeit zu einem möglichst frühen Zeitpunkt wird ein großer Stellenwert zugeschrieben:

„Die Wichtigkeit, ein Projektteam ordnungsgemäß zusammenzustellen, kann nicht unterschätzt werden. Insbesondere wenn man sich des wachsenden Einsatzes von einer Technik bewusst wird, die sowohl die Kommunikation zwischen geographisch weit von einander entfernten Parteien und als auch die Projektentwicklung mittels BIM ermöglicht. Damit Phase 2 [Anm: „Concept Design„/“Grobplanung„] überhaupt ernsthaft begonnen werden kann, ist es notwendig, dass zuvor das Projektteam ordnungsgemäß zusammengestellt wurde.“ (Quelle: RIBA Plan of Work 2013 – Overview).
Toolbox des RIBA Arbeitsplans 2013 (Englisch)

Toolbox des RIBA Arbeitsplans 2013

Praxisgerechter Einsatz durch Toolbox

Die Ambition der PoW-Macher war es, den Anwendern ein möglichst flexibles Instrument an die Hand zu geben. Da aber bestimmte Entscheidungen (wie z. B. die Art der Vergabe) Änderungen in späteren Phasen nach sich ziehen, lag es nahe, ein Hilfsmittel zu entwickeln, das diese Abhängigkeiten abbilden kann: Die Toolbox (–> Link). Diese basiert auf MS Excel® und liefert nicht nur die erwähnten Möglichkeiten, sondern ist zudem auch noch mit einer Vielzahl an Erläuterungen bestückt.

RIBA PoW als Gegenmittel zu Wildwuchs bei CAD-Standards

Interessanter Weise möchte die RIBA den PoW als Hilfsmittel für die Anwendung von BIM an sich sehen und damit gleich von Anfang an ein Zeichen setzen, um einem ähnlichen Wildwuchs an Standards wie bei der Einführung von CAD in den Büros gleich entgegenzuwirken.

Auch der RIBA PoW 2013 könnte exportiert werden!

Wie an anderer Stelle auch (s. Blogeintrag: „Britische Ausschreibung: Ein digitales Werkzeug für das Arbeiten mit Bauwerksinformationsmodellen–> Link), ist auch in den Erläuterungen zum PoW zu lesen, dass durch das weltweite Interesse an den Britischen BIM-Aktivitäten, die Möglichkeit entsteht, dieses Dokument bzw. Hilfsmittel zu exportieren!

Bevor das aber passiert, sollte man sich anschauen, was wir hierzulande diesbezüglich schon aufweisen können. Daher möchte ich mir – wie bereits erwähnt – als nächstes das Kompendium „Der Weg zum Bauwerk“ (2007; –> Link) näher betrachten. („‚Der Weg zum Bauwerk‘ für Architekten, Bauherren und Ausführende“ –> Link).

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